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Neuwerk – eine winzige Insel.

23. September 2016

Vor der Nordseeküste Deutschlands liegen wunderschöne, kleine Inseln. Die meisten haben eine angenehme Größe und klingende Namen wie Langeoog oder Borkum. Aber es gibt auch die eine oder andere kleine Insel, bei der selbst Norddeutsche fragen: “Wo ist das eigentlich?”

Mit der MS Flipper von Cuxhaven nach Neuwerk

Mit der MS Flipper von Cuxhaven nach Neuwerk

Eines dieser unbekannten Eilande der Nordsee ist Neuwerk. Dabei sollte es zumindest jedem, der mal per Schiff nach Hamburg in die Elbe fuhr, bekannt sein: Sie liegt direkt vor Cuxhaven, etwa 15km tief im Wattenmeer. Dass die Insel ein offizieller Teil von Hamburg ist, ist eine nette kleine Nebensächlichkeit. Denn den Trubel einer Großstadt sucht man auf Neuwerk vergeblich.

Auf die Insel gelangt man nämlich weder per U-Bahn, Taxi oder Bus. Dennoch ist die Art der Anreise für eine Insel durchaus auf vielfältige Art und Weise möglich: Durch ihre Lage im Wattenmeer ist es möglich, bei Niedrigwasser entweder selbst zu Fuß zu laufen, sich mit einem Pferdewagen bringen zu lassen oder klassisch bei Hochwasser mit einem Passagierschiff aus Cuxhaven, der MS Flipper, bringen zu lassen. Auf dem Schiff trifft man an jedem Werktag den Postboten, der Neuwerk und seine Bewohner mit Paketen und Briefen aus dem restlichen kleinen Teil der Welt versorgt. Er ist der einzige seiner Art in Deutschland, der jeden Tag mit der Fähre auf eine Insel zum Verteilen seiner Sendungen übersetzt. Stolz erzählt er, dass es neben ihm nur eine Kollegin in Brandenburg gibt, die im Spreewald mit einem Boot die Post bringt. Er hat auf der Insel etwa zwei Stunden Zeit, seine Tour zu machen, bevor das Schiff mit einsetzender Ebbe wieder nach Cuxhaven aufbricht. Zwei Stunden sind aber mehr als ausreichend: Neuwerks Häuser lassen sich fast noch an zwei Händen abzählen, die Fläche der Insel ist nur 3 Quadratkilometer groß und mit dem E-Bike geht die Tour recht schnell.

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Blick vom Leuchtturm auf grüne Wiesen

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Ländliches Idyll auf Neuwerk

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Salzwiesen vor dem Deich laden zu Spaziergängen ein

Die etwa 40 ständigen Bewohner Neuwerks leben weitestgehend vom Tourismus. Es gibt drei kleinere familiengeführte Hotels für die Gäste, die auch über Nacht bleiben wollen. Wer es ganz spartanisch mag, kann auch in sogenannten Heuhotels übernachten. Und eine Übernachtung sei jedem Besucher ans Herz gelegt – denn nur dann lässt sich abseits der Tagestouristen die Ruhe der Insel genießen.

In etwa einer Stunde hat man die Insel auf ihrem kleinen Deich komplett umrundet. Von jedem Punkt auf dem Deich sieht man jeden Punkt auf der Insel. Steht man am Hafenanleger und möchte auf die andere Seite der Insel, so stellt sich hier die Frage: “Rechts oder Links?” Denn die Entfernung ist in beide Richtungen gleich. Orientieren kann man sich, wenn es nicht sowieso nach 2 Minuten Aufenthalt automatisch funktioniert, an Schildern, die einzelne Häuser auf Neuwerk ausschildern. Ein Verlaufen ist also unmöglich. Weitere Verkehrsschilder gibt es übrigens nicht.

Überhaupt reduzieren sich alle Fragen der Welt auf ein kleines Set. Denn wer in der Großstadt wohnt, wird auf Neuwerk herrlich auf Sparflamme geschaltet. Es gibt keine Autos, nur wenige Traktoren, die als Transporter für Gepäck und Touristen fungieren, wenn sie nicht eine der wenigen Wiesen mähen. Der Blick auf der Insel verliert sich in der Weite des Wattenmeers. Man hat viel Zeit, sich über jedes Schiff, das an der Insel vorbeifährt, Gedanken zu machen, wo es herkommt, wo es wohl hin will und wer dort wohl so fährt.

Der Postbote erzählt, dass die Fähre nur zur Saison im Sommer regelmäßig fährt. Im Winter gibt es nicht mehr viele Gäste und die wenigen Bewohner sind unter sich. Dann kommt auch nur noch ein wöchentliches Versorgungsschiff und die wichtigste Ader zum Festland wird der Pferdewagen, mit dem dann auch die Post geliefert wird. Bis vor wenigen Jahren konnte man noch Silvester in den kleinen Hotels verbringen. Nachdem aber ein Sturm die Gäste für mehrere Tage am Verlassen der Insel hinderte, entschied man sich, dieses Angebot zu streichen. Somit bleibt man unter sich: Eine Hand voll Familien auf einem kleinen Eiland.

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Weithin sichtbar ist der Leuchtturm von Neuwerk

Weithin sichtbar ist der große Leuchtturm Neuwerks, ein Bollwerk, das bereits im 14. Jahrhundert  errichtet wurde. Ihm verdankt Neuwerk auch seinen Namen. Das damals “neue Werk” gab der Insel “Noge O” ihren neuen Namen. Hier ist auch die größte Sammlung von Häusern auf Neuwerk: Ein Schullandheim, die Stackmeisterei, welche sich um die Fahrrinne durch die Elbmündung kümmert, das Nationalparkamt und eine kleine Galerie.

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Seit dem 14. Jahrhundert ist der Leuchtturm auf Neuwerk

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Die Leuchtturmspitze auf Neuwerk

Wenige Meter weiter Richtung Deich gibt es das Nationalparkzentrum. Hier wird das Watt erklärt: Eine kleine Ebbe- und Flutsimulation zeigt, wie sich die Bewohner des Watts auf die wechselnden Gezeiten einstellen. Man kann Möwenarten interaktiv erraten oder die Entwicklung von Dünen mit Wind simulieren.

Strom und Wasser bezieht Neuwerk vom Festland – bereits in den 60ern wurde eine Leitung nach Cuxhaven durch das Watt gelegt. Neuwerk selbst hat eine Kläranlage und auch eine Reihe von Solaranlagen auf den Dächern – behauptet man doch, dass Neuwerk zu den sonnenreichsten Orten Deutschlands gehört. Und tatsächlich – wir starteten bei Regen mit der MS Flipper nach Neuwerk und mit jedem Kilometer, den wir weiter hinausfuhren, kam die Sonne mehr und mehr heraus und erstrahlte Neuwerk für unseren Besuch.

Kinder, die auf der Insel groß werden, gehen bis zur 6. Klasse auf die inseleigene Schule, direkt hinterm Deich, nahe des Anlegers. Seit über 100 Jahren hat Neuwerk eine eigene Schule, in der jahrgangsübergreifend alle Kinder von einer Lehrerin unterrichtet werden.

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Der Fähranleger von Neuwerk

Ebbe und Flut bestimmen nicht nur das Leben auf Neuwerk. Auch die Arbeitszeiten des Postboten sind durch die Gezeiten geprägt. Mal startet ein Arbeitstag sehr früh, mal spät, aber immer so, dass vor Niedrigwasser alle Briefe ausgetragen, alle Päckchen zugestellt, die MS Flipper wieder im sicheren Hafen von Cuxhaven liegt und auf Neuwerk ein weiterer ruhiger  Abend im Mündungswasser der Elbe beginnt.

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Reading-Recommendation: Leadership, Culture & Creativity

27. March 2016

Today, I’d like to point out three nice articles to make your Easter holiday a bit more “mind broadening.” The first article points out a few examples of leadership from different perspectives. Why the combination of different skills might lead to great team results, why (extreme) transparency could be a good way to develop great output. It is brief but really worth reading:

http://www.entrepreneur.com/article/270488

This article is about the differences of leaders and managers. And why there aren’t as many differences.
http://www.forbes.com/sites/luisromero/2016/03/03/why-everything-you-were-told-about-leadership-is-wrong/#63dc9b2c6c42

And just for the fun of it: Why creativity needs time.
https://www.youtube.com/watch?v=jgvx9OfZKJw

Sending files through Apache with mod_xsendfile

06. March 2016

If you ever wanted to serve big or many files through PHP and needed to check permissions or do any other calculation upfront file delivery, you might want to think about an Apache module called mod_xsendfile. With it you’re able to separate permission checks and other script related stuff from the slow part of file delivery in which PHP is not best at.

And getting it up and running is pretty simple.

a2enmod xsendfile
apache2ctl restart

Now, in your virtual host configure your host to pick up the module and maybe define a folder wich the module is allowed to send files from.

#enable the module for your host
XSendFile On

#define a white list folder outside your DocumentRoot
XSendFilePath /some/path/outside/my/docroot

That’s it on the Apache side of things.
Now, simply tell Apache to handle the file transfer itself in your script. This is done by sending the X-Sendfile-Header. No more needs to be done. No file reading, nothing. The whole delivery is being delegated to Apache.

//some code to check permissions, get the file name, rescue the world or whatever
//...
header('X-Sendfile: '.$absolute_path_to_file);
header ('Content-Type: application/octet-stream');
header ('Content-Disposition: attachment; filename='.$some_file_name );
exit();

And that’s it. Now all your validation stuff will be done by PHP while file delivery is done by Apache.

Dijon ist mehr als Senf

18. January 2016

Blitzlicht zum Thema Dijon. Was fällt uns zuerst ein? Richtig. Senf. Aber Dijon ist viel mehr als nur Senf. Vermutlich ist Dijon sogar eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Stadt Frankreichs. 2016-01-15 09.15.34a

Das Stadtbild ist geprägt von Senftönen. Fast die gesamte Innenstadt erstrahlt im wunderschönen Natursandstein. In den letzten Jahren wurde, maßgeblich unter Maßgabe des neuen Bürgermeisters, das Verkehrskonzept der Stadt umgewandelt: Viele Straßen sind nur noch verkehrsberuhigte Zonen, andere nun ganz als Fußgängerzone genutzt. Dadurch präsentiert sich die Stadt als außerordentlich ruhig und entspannt: der Place de la Liberation bspw. war vor einigen Jahren noch eine Bushaltestelle. Heute kommt die prächtige Architektur des Rathauses und des gegenüberliegenden Halbrunds mit Boutiquen und Restaurants wunderschön zur Geltung.

Die Fürsten von Burgund

Hier liegt auch das Musée des Beaux-Arts. Wer auf den Spuren der Geschichte der Fürsten von Burgund wandeln möchte, kann dies hier tun: Insbesondere die beiden Grabstädten im Wachsaal, welche sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts hier befinden, sind an Prunk kaum zu überbieten. Der Eintritt ist frei und die Sammlung klein, aber liebevoll und modern mit Video- und Computerinstallationen aufbereitet.

Viele kleine Schmuckstücke

Vom Place de la Liberation führt die Rue de la Liberté durch das Herz von Dijon. Die Fußgängerzone ist zwar sehenswert, aber geprägt von vielen internationalen Ketten. Die wirklichen Schätze von Dijon entdeckt man in den kleinen Seitenstraßen. Hier verstecken sich die vielen kleinen Läden und Spezialitätengeschäfte.

Fabrice Gillotte, wohl einer der besten Chocolatiers Frankreichs, hat hier sein Geschäft. Bereits beim Betreten des Ladens steigt dem Besucher köstlicher Schokoladenduft in die Nase.

Für Teeliebhaber gibt es im Comptoir des Colonies eine riesige Auswahl an Tees der ganzen Welt. Dieses Café, voller Einheimischer, lädt zum stundenlangen Verweilen ein.

Direkt gegenüber ist die Brasserie O’Bareuzai. Hier kann man auf Sesseln oder Stühlen in lebendiger Atomosphäre Crêpes genießen oder ab 18 Uhr auch leckeres Abendessen bei moderaten Preisen. Das O’Bareuzai ist immer voller Einheimischer, sodass die freundliche Bedienung manchmal etwas länger braucht, bis sie am eigenen Tisch angekommen ist. Dennoch: Ein schöner Laden.

Wer nun doch unbedingt Senf möchte, kann diesen auch bekommen. Die Moutarderie von Edmond Fallot versteckt sich hinter der gothischen Eglise Notre-Dame. Hier kann man einige Sorten Senf verkosten und in unterschiedlichsten Größen gleich kaufen.

Weine gibt es natürlich auch, überall. Zum Beispiel im La Route des Vins, gleich neben der Eglise Notre-Dame.

Wer auf der Suche nach frischen lokalen Zutaten für ein leckeres Essen ist, der darf den Markt Les Halles keinesfalls verpassen. Hier finden sich zwischen Donnerstag und Samstag alle ein, die entweder frischeste Waren zu verkaufen haben oder diese erstehen wollen. Ein Ort zum bummeln, probieren und quatschen.

Les Halles - der Markt von Dijon

Les Halles – der Markt von Dijon

Les Halles - der Markt von Dijon

Les Halles – der Markt von Dijon

Burgund mundet

Wie man sieht: Der Bedarf nach Köstlichkeiten kann in Dijon auf vielfältige Art und Weise gedeckt werden. Wer noch dazu nicht auf ein Restaurant oder eine Brasserie zurückgreifen will, der kann auch gleich selbst kochen: Es gibt viele Möglichkeiten, einen Kochkurs in Dijon zu besuchen. Eine ganz tolle Variante sind die Kurse von Alex Miles, einem New Yorker, den es vor 25 Jahren mit seiner französischen Frau nach Dijon verschlagen hat. Mit Alex über den Markt, durch die Straßen und Geschäfte zu flanieren macht alleine schon großen Spaß. Mit ihm in seiner Küche zu stehen, über das Leben zu philosophieren, zu kochen und zu speisen, ist ein wirkliches Erlebnis.

Kochen mit Ales Miles ist eine tolle Erfahrung in Dijon

Kochen mit Ales Miles ist eine tolle Erfahrung in Dijon

Gewürzschrank von Alex Miles

Gewürzschrank von Alex Miles

Ist eine Tür offen, geh rein

Vom Koch Alex lernt man das Motto: Ist eine Tür offen, geh rein. Handelt man beim Streifzug durch Dijon genau nach diesem Motto, so öffnen sich ungeahnte, oft überraschende Einblicke in die Hinterhöfe, Gärten und Wohngebäude der Stadt. Nur Mut, es funktioniert wirklich.

Burgund

Dijon befindet sich am Rande des Weinbaugebiets der Côte d’Or. Südlich von Dijon kleben Weinberge an den Hängen, kleine Dörfer laden zum Flanieren ein. Viele Winzer bieten Verkostung und Verkauf ihrer Weine. Eine sehr schöne Gegend, falls einem das ruhige Dijon doch zu ruhig wird und man raus möchte. Das schöne Städtchen Beaune, etwa 20km südlich von Dijon, bietet einen quirligen Stadtkern mit Cafés, Galerien und Vinotheken. Nach einer kleinen Wanderung durch die Weinberge ist Beaune eine schöne Adresse, um den Tag ausklingen zu lassen.

Man erreicht Dijon vom Rhein Main Gebiet in knapp 4,5 Stunden mit dem Auto. Auf dem Weg lohnt ein kleiner Abstecher in Metz oder Nancy.

Preistransparenz in Parkhäusern

08. January 2016

Die Stadt Grasse in der Provence hat eine interessante Preisstrategie für ihre Parkhäuser. Dass ein Parkhaus in der ersten halben Stunde kostenfrei ist und danach jede weitere Stunde einen bestimmten Betrag kostet, wäre für Deutschland auch nicht ungewöhnlich. Dass aber haarklein jede Parkdauer einen individuellen Preis ausgewiesen bekommt, ist tatsächlich außergewöhnlich:

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Allerdings gelten die individuellen Preise je Parkdauer nur tagsüber. Abends kostet einfach alles nur 2 EUR ab einer Stunde. Volle Punktzahl für den Preistransparenzpreis. Nur in der Kommunikation gegenüber den ist das doch etwas schwierig.

Das wirft doch einige Fragen, Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge auf:

  1. Warum hat man nicht einfach die rechte Hälfte des Schilds gespart und dort “2 EUR ab der ersten Stunde” geschrieben?
  2. Scheinbar darf man bei einem Parkbeginn ab 19 Uhr auch länger als 12 Stunden parken; zum einheitlichen Preis von 2 EUR. Vor 19 Uhr wohl nicht. Was passiert denn, wenn ich mein Auto um 17 Uhr parke und es erst morgens um 6 Uhr hole? Bekomme ich es dann nie wieder?
  3. Was kostet es denn, wenn ich um 17 Uhr einfahre und um 20 Uhr wieder fahren will?
  4. Warum ist ausgerechnet die Zeit zwischen 4h45 und 5h mit 0,10 EUR um 50% billiger als die Viertelstunden davor und danach?
  5. Die Preisliste ist ab 1. Juli 2015 gültig, das Parkhaus aber deutlich älter. Gibt es bei jeder Preisänderung ein neues Schild? Wenn also Punkt 4 dieser Liste ein Fehler ist und behoben werden soll: Wird dann ein komplett neues Schild gedruckt?
  6. Wenn ich um 18:59 Uhr einparke und um 19:59 Uhr fahre: Kostet mich das Parken dann 1,90EUR oder 2,00EUR?
  7. Wenn ich um 18:15 Uhr einparke und um 19:45 Uhr fahre: Ist das Parken dann kostenlos, weil ich zwei Dreiviertelstunden kostenlos parken darf?
  8. Wen interessieren eigentlich Abstufungen von 0,10 EUR?
  9. Gibt es vor der Schranke eine extralange Wartespur, weil Kunden länger brauchen, das Schild zu lesen und zu erfassen?