Archive for March, 2008

Update.

Friday, March 14th, 2008

Seit drei Tagen wohne ich nun in meiner neuen Wohnung. Es gibt zwar (noch) kein Internet, aber das Haus ist echt schön. Es gibt einen Kamin und einen kleinen Garten. Bis zum LUAS-Stop (Straßenbahn) laufe ich fünf Minuten, mit dem fahre ich dann nochmal fünf Minuten und laufe 10 Minuten zum Büro. Also bin ich alles in allem rund 25 Minuten zur Arbeit unterwegs. Zu meinem Bruder ist es ungefähr genauso weit.

An diesem Wochenende ist St. Patrick’s Day Weekend. Das heißte, dass hier jede Menge Touristen einfallen. Die Straßen sind jetzt schon wahnsinnig voll. Am Montag, dem eigentlichen St. Patrick’s Day, findet hier dann die große Parade statt. Das läuft ungefähr genauso ab wie beim Fasching in Mainz, nur eine ganze Spur cooler. Sorry, liebe Mainzer, aber die Umzüge bei Euch sind ja nun gespickt mit betrunkenen Vollidioten, die morgens um acht schon die Straße bevölkern. Betrunken sind die Iren hier auch, aber die bleiben dabei locker und freundlich und haben einfach Spaß. Wahrscheinlich sind sie es gewohnter als wir viel zu trinken.

Das schöne ist, ich muss nur drei Tage arbeiten in dieser Woche, denn danach ist ja auch gleich schon wieder Ostern und dann ist schon bald mein erster Praktikumsmonat in Dublin vorbei.

Update: Angeblich kommt heute Internet :-)

Weitere Merkwürdigkeiten.

Monday, March 10th, 2008

Bevor ich nach Irland kam, hatte ich genau einen Wohnungsbesichtigungstermin ausgemacht. Da sich in den ersten zwei Tagen aber andere Wohnungen auftaten, die näher am Zentrum lagen, sagte ich die Besichtigung allerdings ab und habe mich nicht mehr darum gekümmert. Bekannt ist ja, dass aus den Wohnungen leider nichts wurde, an meine erste Besichtigung habe ich gar nicht mehr gedacht.

Heute morgen suchte Claire im Internet und fand eine Wohnung, die gerade vor einigen Minuten im Internet eingetragen wurde. Sie rief dort an und machte einen Termin für mich aus. Claire erzählte mir dann davon am Telefon und sagte, dass sich die Vermietern offensichtlich an mich erinnern könne. Ich konnte mit der Wohnung allerdings wenig anfangen, fuhr aber natürlich heute Abend dorthin und rief die besagte Frau an, damit sie mich zum Haus leiten könne. Sie erklärte mir dann den Weg zu ihrem Haus. Da wurde mir klar, dass dies tatsächlich die gleiche Wohnung war, deren Besichtigungstermin ich vor zwei Wochen abgesagt hatte.

Verrückt. Ich ziehe dort nun ein und somit bewahrheitet sich also doch, dass ich immer sofort einen Parkplatz vor der Tür bekomme. Manchmal fährt man nur nochmal um den Block, um vielleicht einen zu bekommen, der noch besser ist. Endlich ist also das Thema Wohnungssuche auch erledigt, ich habe sogar Platz für ein bis zwei Besucher. Zusammenwohnen werde ich mit einer Irin und einem Spanier. Wer wissen will, wo das ist, klickt hier.

Shopping sonntags. Mittags Meer.

Sunday, March 9th, 2008

Konsumfreunde wie ich kommen in Irland voll auf ihre Kosten. Denn selbst sonntags kann man hier herrlich einkaufen. Supermärkte haben geöffnet, genauso wie die großen Shoppingstraßen. Wir sind heute in den Süden Dublins gefahren, ins Dundrum Town Centre. Das ist ein riesiges Shoppingparadies. Tolle Läden, Boutiquen, Restaurants auf 4 Ebenen. Da kann sich das Liliencarre in Wiesbaden einiges abschauen. Auf dem Weg dorthin kommt man durch einige der schönsten Vororte Dublins: Ranelagh, Milltown, Dundrum, Rathmines. Der Südteil der Stadt ist ja generell sehens- und lebenswerter als der Norden. Das Stadtbild ist ein komplett anderes, alles ist ordentlich, schön, kein Dreck, nicht Laut. Kein Wunder, dass die Leute lieber dort wohnen als im Norden. Denn der ist eng, schmutzig, alt, teilweise auch gefährlich. Diese “Spaltung” der Stadt gibt es schon lange. Bis heute ist die Verkehrsanbindung der Teile untereinander recht dürftig.

Dennoch hat auch der Norden seinen Reiz. Hier gibt es mit Bull Island einen der schönsten Strände von Dublin. Ein riesiger Sandstrand, der sich vom Hafen Dublins bis zur Halbinsel Howth zieht. Dort waren wir dann am späten Nachmittag auf einen Spaziergang. Offensichtlich sind die Gezeiten im Frühjahr immer heftiger als sonst. Denn an der Küstenstraße liegen derzeit Unmengen von Sandsäcken, die die Einfahrten und Grünanlagen vor den Wassermassen schützen sollen. Das liegt offensichtlich an Winden, die traditionell im März immer stärker sind als in den übrigen Monaten. Der Strand war bevölkert von Kytesurfern, Drachensteigern und Spaziergängern. Es war Ebbe und man hätte denken können, dass man sich am Wattenmeer befindet. Denn das Wasser fällt hier sehr flach ab. Wenn man hier schwimmen wollte, müsste man sicher erst 50m ins Wasser gehen, bis man bis zu den Knien im selbigen steht.

Menschen.

Saturday, March 8th, 2008

Jeden morgen schlängeln sich hier tausende von Menschen zu Fuß in das Stadtzentrum. Alle laufen in eine Richtung, die Bürgersteige sind voll von Menschen. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig, als sich ihren Weg zu Fuß zu bahnen. Eine U-Bahn gibt es nicht, die S-Bahn fährt eigentlich nur in Nord-Süd-Richtung an der Küste entlang und die zwei Straßenbahnlinien sind nicht einmal miteinander verbunden. Busse fahren zwar jede Menge, aber ganz ehrlich: Das System versteht keiner und zuverlässig sind die auch nicht.

Mein (derzeitiger) Weg ins Büro führt immer von Norden entlang der Westland Row, an der Pearse Station vorbei. Morgens um halb neun ist dort ein wirklich geschäftiges Treiben, alle strömen in eine Richtung. Dazu der Verkehr. Es ist laut, eine Mischung aus Geräuschen, Gesprächen, Gehupe, Gelächter. Der typische Großstadtsound eben. Vorgestern ist allerdings etwas bemerkenswertes passiert. Direkt an der Brücke der Pearse Station saß ein alter Mann. Langer weißer Bart, typisch irische Kleidung. Er hätte durchaus als alter Schafhirte durchgehen können. Er saß dort also am Straßenrand und spielte auf seiner Whistle (das sind diese kleinen, dünnen Flöten aus Metall, die man in irischer Volksmusik immer hört). Der Ton dieses Instruments ist sehr durchdringend und übertönt mühelos die Geräuschkulisse dieser Straße – ohne dabei unangenehm zu wirken.

Der Mann spielte ein altes irisches Lied. Sofort wurde die Geräuschkulisse viel ruhiger, die Menschen schienen alle ein wenig durchzuatmen und sich zu entspannen, alleine aufgrund der Musik. Dieser kurze Moment, an dem man an diesem Mann vorbeiging, bewirkte eine Beruhigung der gesamten Szene. Beeindruckend.

An Wochenende ist die Stadt auch noch besonders voll. Denn heute mittag ist hier ein großes Rugby-Spiel: Irland gegen Wales. Bereits gestern waren so viele Leute aus Wales unterwegs. Die Pubs gestern Abend waren voll mit Leuten von dort, die für das Spiel herübergeflogen sind. Wir werden uns heute mittag auch in ein Pub begeben und das Spiel anschauen. Vorher muss ich aber noch bei Wikipedia schauen, wie das Spiel eigentlich funktioniert.

Nachtrag.

Tuesday, March 4th, 2008

Am Sonntagmittag waren wir in Dun Laoghaire unterwegs. Wer über dieses Wort beim Lesen nicht gestolpert ist, hat meinen größten Respekt, falsch haben diejenigen es aber dennoch ausgesprochen. Denn der Name diese kleinen Hafenstadt südlich von Dublin klingt ungefähr wie “Dann Lierie”- ist offensichtlich gälisch.

Dort gibt es sonntags einen netten kleinen Food Market, mit leckeren Spezialitäten aus aller Herren Länder. Die Fahrt von Dublin City bis dorthin dauert mit der S-Bahn D.A.R.T. ca. 30 Minuten. Die Fahrt führt direkt am Meer entlang und ist dementsprechend schön. Bilder siehe flickr.