{"id":1325,"date":"2019-10-10T08:03:53","date_gmt":"2019-10-10T07:03:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.any-where.de\/blog\/?p=1325"},"modified":"2019-12-17T10:11:27","modified_gmt":"2019-12-17T09:11:27","slug":"9-tipps-fur-bewussteres-handeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.any-where.de\/blog\/9-tipps-fur-bewussteres-handeln\/","title":{"rendered":"9 Tipps f\u00fcr bewussteres Handeln."},"content":{"rendered":"\n<p>Ich dachte immer, ich bin offen, reflektiert und handle meistens vollkommen bewusst. Ich dachte, ich bin einer von diesen ultraoffenen Menschen, die alles und alle so nehmen, wie sie sind. Denkste. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Schon immer bin ich jemand, der 100 verschiedene Interessen hat, viele Sachen liest, gerne lernt. Gleichzeitig bin ich aber kein Detailmensch. Es gibt einfach so viele spannende Dinge, bei denen es sich lohnt, &#8220;in die Breite zu gehen&#8221; und daraus ein eigenes Detailbild zu formen. Diese Wesensart resultierte bei mir aber in einer immer schnelleren Geschwindigkeit und auch dem Drang, Dinge schnell zu machen und mich auf Sachen &#8220;zu st\u00fcrzen&#8221; und sie abzuarbeiten. Ich merkte gar nicht, wie die Geschwindigkeit, mit der ich unterwegs war, mein Handeln enorm beeinflusste. Im Gegenteil &#8211; ich genoss sehr das kreative Gewusel, das Auf-den-Weg-aber-nicht-zuende-bringen, das impulsive Handeln, schnelle Entscheidungen und die &#8220;Angst vorm Verpassen&#8221; &#8211; und viele echt coole Sachen, auf die ich stolz bin, sind genau daraus entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann fiel mir aber auf, dass ich wirklich in meiner ganz eigenen Blase unterwegs bin und etwas fehlt. Dass ich die Offenheit und Zug\u00e4nglichkeit, die ich eigentlich in mir vermutet habe, gar nicht so sehr lebe, wie ich dachte. Ich bin, wie vermutlich alle Menschen: in allem, was ich tue, pr\u00e4gen mich die Kategorien und Schubladen in meinem Kopf. Unendlich viele Trigger sorgen daf\u00fcr, dass ich reagiere. Dass ich werte, dass ich voreingenommen entscheide. Das passiert so unbewusst und automatisch, dass ich es nicht merke. Wie bei jedem Menschen eben. <\/p>\n\n\n\n<p>Somit habe ich meine eigene Agenda und nehme meine Welt als viel zu wahr an. Meine Wahr-Nehmung ist also gar nicht so wahr, wie ich denke. Denn was ist das schon. Wahr. Das war eine ganz sch\u00f6n revolution\u00e4re Erkenntnis f\u00fcr mich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Da h\u00e4tte ich gerne anders gehandelt<\/h3>\n\n\n\n<p>Es passierte nun Folgendes: Immer h\u00e4ufiger kam ich nach Entscheidungen an den Punkt, dass ich dachte: \u201eMan, es kam zwar was Gutes dabei raus, aber da h\u00e4tte ich mit meinem jetzigen Wissen gerne anders gehandelt und Menschen anders begleitet und eingebunden.\u201c Privat und im Job: In Gespr\u00e4chen, Meetings, bei Entscheidungen, kreativen Prozessen. Oft schien ich mich fast zu sehr vom Impuls leiten zu lassen, weil ich es schnell machen wollte. Ich merkte: Ich muss Geschwindigkeit rausnehmen und bewusster handeln. Weg von reagieren hin zu nachdenken und agieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie das aber anstellen? Ich glaube, dass eine Emotion einem Gedanken folgt (und ja, oft auch umgekehrt). Der muss nicht bewusst sein, im Sinne von &#8220;aha, jetzt bin ich fr\u00f6hlich&#8221;. Dennoch geht einer Emotion eine T\u00e4tigkeit im Gehirn voraus. Und Emotionen wiederum beeinflussen Gedanken. Mein erstes ToDo ist also: Emotionen erkennen und bewusst machen. Bei scheinbar vorschnellen Wertungen zuerst fragen: &#8220;ist das wirklich so? Was steckt dahinter?&#8221; Und daraus dann eine hoffentlich kluge Entscheidung ableiten. Klingt simpel. Schnell erledigt. Dachte ich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Plan<\/h3>\n\n\n\n<p>Also ran an den Speck, das ist der Plan, den ich mir gemacht habe:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Wahrnehmung sch\u00e4rfen und alle Sinne trainieren<\/li><li>Situationen erkennen und reflektieren<\/li><li>Die eigene Handlung im Moment ver\u00e4ndern und zu bewusstem Handeln kommen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Ich habe mich dem Sch\u00e4rfen meiner Wahrnehmung \u00fcber Gewohnheiten angen\u00e4hert. Kleine Dinge im Alltag, die ich bewusst tue, um meine Wahrnehmung zu sch\u00e4rfen.  Im Folgenden findet ihr neun kleine Tipps, Gewohnheiten und \u00dcbungen, die mir geholfen haben und helfen, zu bewussterem Handeln zu kommen<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Starte den Tag schon mit allen Sinnen<\/h3>\n\n\n\n<p>Mir ist der Start in den Tag wichtig und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, den Tag mit allen Sinnen zu starten. Dabei versuche ich, bewusst f\u00fcr alle 5 Sinne zu sorgen. Dar\u00fcber habe ich den Artikel <a href=\"http:\/\/www.any-where.de\/blog\/5-tipps-um-den-tag-mit-allen-sinnen-zu-starten\/\">&#8220;5 Tipps um den Tag mit allen Sinnen zu starten&#8221;<\/a> geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Plane Zeit zur Selbstreflexion ein<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte mich selbst mehr analysieren und mir bewusst Zeit nehmen, die Erlebnisse des Tages zu beleuchten und zu schauen, wie mein Verhalten dort war. Mir hilft dabei, f\u00fcr abends einen Timer zu setzen, der mich daran erinnert, 5 Minuten zu reflektieren. Ich gehe bewusst den Tag durch: von morgens bis abends. Wichtig ist die Haltung: ich suche nicht nach Fehlern sondern schaue nach M\u00f6glichkeiten zum Lernen. Dabei fallen mir ganz automatisch kritische oder bemerkenswerte Situationen des Tages ein. Ich erinnere mich bewusst an diese und versuche, mein Verhalten in der Situation zu analysieren. Dabei schaue ich, wie ich mich selbst in der Situation gef\u00fchlt habe, wie es auf andere gewirkt haben mag und ob ich hier wieder in ein vielleicht komisches Verhaltensmuster geplumpst bin, das mir selbst eigentlich nicht gef\u00e4llt. Ich schaue, ob es auch andere M\u00f6glichkeiten gab, die mir im Nachhinein nun als viel sinnvoller erscheinen. Mittlerweile brauche ich den Timer nicht mehr zwangsl\u00e4ufig und reflektiere automatisch nach Gespr\u00e4chen oder Terminen. Oder nehme mir Zeit auf dem Weg nach Hause. Was sich auch eingestellt hat: Ich erkenne Handlungsoptionen in den Situationen besser. Oder zumindest fallen mir die Stellen, die Reflexionsbedarf haben, h\u00e4ufig direkt auf. Wie ein kleines Warnsignal: &#8220;Achtung, hier handelst du gerade sehr automatisch!&#8221; In diesen Situationen dann ein bewusstes Handeln hinzubekommen, gelingt mir immer \u00f6fter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Lass Balast los<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich habe festgestellt, dass meine irre hohe Geschwindigkeit viel mit all den Dingen zu tun hat, die ich in meinem Kopf herumtrage: was kommt als n\u00e4chstes, wo muss ich jetzt hin, wie l\u00f6se ich das n\u00e4chste Problem, wie moderiere ich den anstehenden Konflikt, wie mache ich es richtig. Ich war im Kopf immer viel mit den n\u00e4chsten anstehenden Dingen besch\u00e4ftigt. <\/p>\n\n\n\n<p>In einer Coachingsession kam ich auf das Thema Journaling und nahm diese Methode als Versuch, dem rastlosen Geist hier ein wenig Einhalt zu gebieten. Immer, wenn ich morgens das Gef\u00fchl habe, 100 Dinge jonglieren zu m\u00fcssen, nehme ich mir 5 Minuten um einfach aufzuschreiben, was mir alles durch den Kopf geht. Das befreit ungemein, gibt mir Struktur und hilft, mich voll auf das im Moment anstehende ToDo zu fokussieren. Ehrlicherweise habe ich mir noch nie durchgelesen, was dieser &#8220;Brain-Dump&#8221; so ergeben hat. Vielleicht sollte ich das auch lieber nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich tue das auch nicht jeden Tag &#8211; schlicht aus Zeitgr\u00fcnden. Was ich aber immer mache, wenn mir ein Gedanke durch den Kopf schie\u00dft, ist, ihn in meinem Trello-Board festzuhalten. Und zwar alles: ein ToDo landet in der Spalte ToDo, ein Gedanke oder Impuls zu Themen, die mich besch\u00e4ftigen, in meiner Mindset-Spalte. Letztere scanne ich regelm\u00e4\u00dfig und besch\u00e4ftige mich mit meinen Gedanken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Trainiere dein Bewusstsein<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich habe bereits vor Jahren das Buch <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Die-Kunst-klaren-Denkens-Denkfehler\/dp\/3446426825\">&#8220;Die Kunst des klaren Denkens&#8221;<\/a>  gelesen. Dieses fand ich faszinierend und augen\u00f6ffnend zu gleich: Welche Streiche uns das Gehirn spielt und in welche Denkfallen wir geraten k\u00f6nnen! <\/p>\n\n\n\n<p>Diese habe ich mir auf Karten gedruckt. Basierend auf <a href=\"https:\/\/www.psychologytoday.com\/intl\/blog\/thoughts-thinking\/201809\/12-common-biases-affect-how-we-make-everyday-decisions\">Artikeln<\/a>, die ich im Internet gelesen habe, steht dort der Name eines Denkfehlers und eine kurze Beschreibung darauf.  Der Stapel der Karten liegt auf meinem Schreibtisch im B\u00fcro und jeden Morgen lese ich eine der Karten und \u00fcberlege, an welcher Stelle mir dieser Denkfehler vielleicht schon einmal selbst passiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sch\u00e4rft mein Bewusstsein: ich erkenne in Diskussionen besser, wenn vielleicht anderen die Denkfehler unterlaufen und finde genau so in meinem Verhalten Beispiele f\u00fcr die Denkfehler vor.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/yourbias.is\/shop\">Hier<\/a> gibt es ein spannendes Plakat zum Download, das sich mit diesen Denkfehlern besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Trainiere das Zuh\u00f6ren<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend du diesen Text liest, schweifen deine Gedanken ab. Du stellst das, was du hier liest, sofort in Bezug zu Dingen in deinem Leben. Du erg\u00e4nzt das, was du liest, in Gedanken mit deinen Eindr\u00fccken und Erfahrungen zu einem Gesamtbild. Genau das passiert oft, wenn wir anderen Menschen zuh\u00f6ren. Wir sind im Kopf  bei unserer eigenen Einsch\u00e4tzung, unseren eigenen Gedanken und unser eigenen Wertung. Das ist die erste Ebene des Zuh\u00f6rens. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu lernen, diese Ebene zu verlassen und auf die fokussierte Ebene zwei zu kommen, ist unerl\u00e4sslich, wenn man wirklich gut zuh\u00f6ren und verstehen m\u00f6chte: sei fokussiert und vollkommen bei deinem Gespr\u00e4chspartner. Die Aufmerksamkeit geh\u00f6rt nicht dir sondern einem Gegen\u00fcber. Das zu lernen ist ein wichtiger Schritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Ebene drei nimmst du dann Dinge drumherum war und erweiterst das Zuh\u00f6ren auf &#8220;Dinge im Raum&#8221; &#8211; welche Stimmung ist gerade da, was nimmst du emotional wahr? Diese erfordert \u00dcbung und die Ebene hilft enorm bei der Kommunikation. Dazu z\u00e4hlen viele Dinge wie die Atmung deines Gegen\u00fcbers, welche Gestik und Mimik ist da, welche Energie strahlt er oder sie aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Toll beschrieben ist dies in B\u00fcchern \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Co-Active-Coaching-framework-transformative-conversations\/dp\/1473674980\/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;keywords=Co-Active+Coaching&amp;qid=1570716938&amp;s=books-intl-de&amp;sr=1-1\">Co-Active Coaching<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">6. Gehe langsam<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich neige dazu, beim Gehen immer schneller zu werden. Wenn ich alleine laufe, habe ich eine enorm hohe Geschwindigkeit. Ich will ja gerne von A nach B kommen und ein Ziel erreichen. Dies passiert mir aber auch bei Meetings, die ich gerne im Park bei einem Spaziergang habe. Meist sind dies Gespr\u00e4che zu zweit. Mir ist aufgefallen, dass ich mit meinen jeweiligen Gespr\u00e4chspartnern immer schneller wurde \u00fcber die Zeit. Scheinbar gab ich das Temp vor. Hier habe ich mir zum Ziel genommen, langsam zu gehen. Bewusst innezuhalten, es zu benennen und zu sagen: &#8220;Lass mal die Geschwindigkeit reduzieren&#8221;. Das gibt den Gespr\u00e4chen immer eine neue Dynamik und hilft mir, aus meiner Geschwindigkeit in ein anregenderes Ma\u00df zu kommen. Manchmal frage ich meine Gespr\u00e4chspartner zus\u00e4tzlich auch einfach, ob sie Lust haben, spontan die Richtung um 180\u00b0 zu \u00e4ndern und dann weiterzugehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieses bewusste Handeln hilft &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes -Geschwindigkeit herauszunehmen und Denken zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">7. Atme durch: Sich und anderen eine Sekunde geben<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt Meetings, in denen sehr angeregt diskutiert wird. Ich liebe diese Termine &#8211; es entsteht eine Energie, viele neue Gedanken werden gesponnen, aber man gibt sich oft nicht gegenseitig die Gelegenheit, den Gedanken des anderen zu verinnerlichen. Zuzuh\u00f6ren. Nachzufragen. Oft ist es einfach nur wichtig, selbst einen bestimmten Punkt zu machen und eine Idee anzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Trainieren des Zuh\u00f6rens habe ich mir die 1-Sekunde-Regel gegeben. Jeden Wortbeitrag, der kommt, gebe ich eine Sekunde, damit er bei mir landen kann. Alleine diese Sekunde sorgt daf\u00fcr, dass ich mehr verstehe. Dass ich mehr Erkenntnisse habe und die Landkarte meines Gegen\u00fcbers besser verstehe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">8. Schwarz-Wei\u00df-Denken ablegen<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich denke gerne in Skalen. Bei Diskussionen mit vielen unterschiedlichen Meinungen hilft es mir, in meinem Kopf eine Skala aufzumalen und zu schauen, wo sich welcher Standpunkt befindet. Ich gehe dann bewusst auf die Suche nach einer M\u00f6glichkeit zwischen den beiden extremen Polen. Dies hilft mir, absolute Wertungen abzulegen und in einem F\u00e4cher von M\u00f6glichkeiten zu denken. Ich habe dazu <a href=\"http:\/\/www.any-where.de\/blog\/experimente-gegen-schwarz-weiss-denken\/\">einen weiteren Artikel<\/a> verfasst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">9. Meditiere<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Thema Meditation hat auf mich schon seit Jahren einen gro\u00dfen Reiz ausge\u00fcbt. Ich habe mich der Sache aber nie aktiv angenommen. Vor etwa einem Jahr versuchte ich, abends vor dem Schlafengehen aktiv an nichts zu denken. Meinen Geist zu entspannen und Gedanken abzusch\u00fctteln, die mich vom Einschlafen abhielten. Das waren unbewusst meine ersten Versuche, mich aktiv mit Meditation auseinanderzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraus folgte Monate sp\u00e4ter, dass ich mich \u00fcber Podcasts mehr \u00fcber das Thema Meditation informierte. Ich begann, \u00fcber die App Headspace in das Thema einzutauchen. Anfangs war es anstrengend, die neue Gewohnheit in meinen Tagesablauf einzubauen. Heute fehlt es mir, wenn ich mir nicht die 20 Minuten nehme, um mich bewusst mit mir auseinanderzusetzen. Diese Zeit hilft mir enorm, meine innere Ruhe zu entdecken und hat Auswirkungen auf mein gesamtes Verhalten und somit auch meine Mitmenschen. Eine Gewohnheit, die ich heute echt nicht mehr missen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der aktiven Besch\u00e4ftigung mit dem Thema Meditation kam auch die Erkenntnis, dass ich mir solche Auszeiten eigentlich schon mein ganzes Leben lang nehme, nur eben anders und weniger bewusst. Auch als Kind habe ich mich schon stundenlang an meinem Klavier in Musik versenken k\u00f6nnen und dort &#8220;Me-Time&#8221; genossen. Meditation ersetzt dies nicht, liefert aber einen viel st\u00e4rkeren und bewussten Zugang zu mir selbst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und heute?<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit der Besch\u00e4ftigung mit mir selbst und all diesen Punkten, die ich als Gewohnheit in meinen Alltag eingebaut habe, kamen viele weitere neue Impulse. Die Besch\u00e4ftigung mit Systemtheorie oder auch meine Ausbildung zum Coach haben mir sehr geholfen, diese Reise zu beschleunigen und meine Handeln bewusster zu gestalten. Die Offenheit und das Interesse an diesen Themen resultierte vermutlich auch schon aus einer ersten Ver\u00e4nderung durch die vielen oben beschriebenen Punkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Je l\u00e4nger ich \u00fcber die Effekte nachdenke, welche dieses bewusste &#8220;Gew\u00f6hnen&#8221; hatte, desto mehr fallen mir ein. Auch, wenn sie bei weitem nicht sofort sichtbar wurden und auch f\u00fcr sich genommen nicht gro\u00df erscheinen. Sie haben aber dennoch gro\u00dfen Einfluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigste \u00c4nderung: Ich h\u00f6re immer besser zu. Es f\u00e4llt mir deutlich leichter, anderen Menschen zuzuh\u00f6ren und mich in ihre Wahrnehmung einzuf\u00fchlen. Wo ich fr\u00fcher noch sehr stark den Blick auf meine Meinung hatte und der Fokus auf &#8220;jetzt macht das doch endlich so&#8221; war, gelingt es mir immer besser, von mir und meiner Ansicht einen Schritt zur\u00fcckzutreten und ohne Eitelkeit auch andere Impulse zuzulassen. Was f\u00fcr ein Gewinn. <\/p>\n\n\n\n<p>Mein reflexhaftes Handeln hat deutlich abgenommen. Ich nehme aktiv Geschwindigkeit heraus und erkenne Situationen, in denen ich fr\u00fcher impulsiv anders gehandelt h\u00e4tte, viel aktiver und kann &#8220;vern\u00fcnftig gegensteuern&#8221;. Das macht deutlich zufriedener und gibt mir ein Gef\u00fchl von Nachhaltigkeit. Auch glaube ich, dass es sich positiv auf meine Umwelt auswirkt. Ich bin eher Sparringspartner statt schneller Entscheider. <\/p>\n\n\n\n<p>All dies m\u00fcndete in einem beim Lesen fast zu gro\u00dfem Ziel und Credo. Ich m\u00f6chte inspirieren. Mir ist es viel wichtiger geworden, Einflu\u00df durch Impulse zu nehmen statt durch entscheiden und &#8220;ich mach das mal eben&#8221;. Ich gebe mehr Raum: mir selbst und anderen. Alleine dadurch \u00f6ffnet sich f\u00fcr mich ein ganze Schatztruhe an M\u00f6glichkeiten, mich weiterzuentwickeln und zu lernen. Meine Neugier an Dingen ist nur noch gr\u00f6\u00dfer geworden und ich habe das Gef\u00fchl, viel nachhaltiger zu lernen und mich mit den Dingen zu besch\u00e4ftigen, die einen wirklichen Einfluss auf mich haben und mich ehrlich ver\u00e4ndern. Eine tolle Erfahrung. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich dachte immer, ich bin offen, reflektiert und handle meistens vollkommen bewusst. Ich dachte, ich bin einer von diesen ultraoffenen Menschen, die alles und alle so nehmen, wie sie sind. 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