{"id":600,"date":"2011-08-26T18:21:20","date_gmt":"2011-08-26T17:21:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.any-where.de\/blog\/?p=600"},"modified":"2011-08-26T18:24:59","modified_gmt":"2011-08-26T17:24:59","slug":"a-long-and-winding-road","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.any-where.de\/blog\/a-long-and-winding-road\/","title":{"rendered":"A long and winding road."},"content":{"rendered":"<p>Heute m\u00f6chte ich mal wieder kurz \u00fcber unseren Weg hin zu mehr Effizienz und Transparenz beschreiben, den wir als Softwareentwicklungsteam seit einigen Monaten beschreiten. Der Titel des Beitrags klingt vielleicht unterschwellig viel negativer, als ich es meine. Aber er dr\u00fcckt doch gut aus, was gerade passiert: Wir befinden uns auf einer langen Stra\u00dfe, die, um es noch bildlicher auszudr\u00fccken, am Anfang sehr holprig und ohne Beschilderung war und nun immerhin schon zu einer stattlichen Bundesstra\u00dfe ausgebaut wurde.<\/p>\n<p>Nachdem wir Anfang 2011 begannen, unsere Entwicklungsarbeit in User Stories und <a href=\"\/blog\/closing-tickets-in-trac-via-qr-codes\/\">Tasks toolgest\u00fctzt zu organisieren<\/a>, konnten wir schon einen enormen Fortschritt erreichen: Durch unsere Daily Stand-up Meetings\u00a0 sorgten wir f\u00fcr eine gro\u00dfe Transparenz der Dinge, die gerade passieren. Sei es in Entwicklungsprojekten oder in den vielen Wartungsprojekten, die wir in unserer Firma betreuen. Insbesondere finde ich die Wandlung in der Kommunikation spannend: In einer Atmosph\u00e4re ohne Finger-Pointing steht jeder f\u00fcr die Dinge gerade, die er erfolgreich erledigt, gibt aber auch einen ehrlichen Status \u00fcber die Dinge, die nicht gut laufen und wo er Hilfe ben\u00f6tigt. Letzteres ist heute noch manchmal nicht so leicht, wie mir auff\u00e4llt. Aber wir werden besser. Im gro\u00dfen und ganzen entsteht eine immer offenere Atmosph\u00e4re, was sich zwangsl\u00e4ufig auf die Produktivit\u00e4t aller niederschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Nach einer Scrum-Basis-Schulung sp\u00e4ter im Jahr durch it-agile f\u00fchrten wir nun auch regelm\u00e4\u00dfige Plannings, Reviews und Retrospektiven ein. Ein gro\u00dfer Schritt! Und wieder ist hier die Wandlung der Kommunikation das eigentlich spannende: das regelm\u00e4\u00dfige Erarbeiten von guten wie schlechten Aspekten im vorangegangenen Sprint sorgt in der Retrospektive f\u00fcr ein immer offeneres Miteinander des gesamten Teams, inkl. Product Owner und Scrum Master (auch, wenn wir diese Rollen bisher noch gar nicht so etabliert haben, wie sie das Scrum Buch definiert). Der stetige Drang, den Entwicklungsprozess zu verbessern durch ein &#8220;optimiertes&#8221; Miteinander, wird erst durch die Retrospektive in Gang gesetzt. Nicht zuletzt ist gerade dieses Meeting, aus welchem man mit konkreten Verbesserungsvorschl\u00e4gen ins n\u00e4chste Sprint Planning geht, h\u00f6chst motivierend &#8211; committet man sich doch auf Schritte, die man selbst als verbesserungsw\u00fcrdig definiert hat.<\/p>\n<p>Aber auch unsere gesamte Entwicklungsplanung verbessert sich stetig: Insebesondere werden durch die Plannings und durch das Committment auf ein Gespr\u00e4ch \u00fcber jede User Story die Produkte besser: War es bisher so, dass neue Features bis ins (vermeidlich) letzte Detail in gro\u00dfen Excel-Listen im stillen K\u00e4mmerlein erstellt wurden und das &#8220;Design&#8221; der Software in der Umklammerung einzelner lag, bewegen wir uns heute immer mehr in einer Atmosph\u00e4re, in der die Intelligenz des gesamten Teams genutzt wird: Features werden mit dem Product Owner gemeinsam diskutiert und die Anforderungen und Akzeptanzkriterien zusammengetragen. Vor der Bearbeitung einer jeden User Story wird das Gespr\u00e4ch mit dem Product Owner gesucht und die Details der Anforderung besprochen. Eine bemerkenswerte \u00c4nderung hin zu mehr Kommunikation, weniger Dokumenten-Overhead und gr\u00f6\u00dferer Qualit\u00e4t durch Klarheit der Anforderungen.<\/p>\n<p>All diese Dinge gehen einher mit einer Ver\u00e4nderung der Coding-Methodik und allgemeinen Zeitorganisation: Peer-Reviews wurden Pflicht, wo immer es geht wird Pair Programming durchgef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus blockt sich das Team als ganzes die ersten vier Stunden eines Tages f\u00fcr die Projektarbeit und wird hier nicht unterbrochen durch Anfragen aus Wartungsprojekten oder sonstigem Tagesgesch\u00e4ft. Wenn also nicht gerade der Webserver brennt, hat das Team nun Zeit, den halben Tag ungest\u00f6rt am Projekt zu arbeiten. Alle weiteren Abteilungen akzeptieren dies voll und kommen mit ihren Anfragen au\u00dferhalb dieser Zeiten &#8211; also vor 9 Uhr oder nach 13h. Das sorgt f\u00fcr eine viel st\u00e4rkere Fokussierung auf die Projektarbeit.<\/p>\n<p>Alles in allem machen wir uns also immer besser. Es macht Spa\u00df, zu erleben, wie man gemeinsam die Atmosph\u00e4re, in der man arbeitet, ver\u00e4ndern, die Qualit\u00e4t verbessern und die Produktivit\u00e4t steigern kann. Die am Anfang dieses Posts angesprochene Stra\u00dfe hat nun doch eine recht deutliche Beschilderung und erf\u00e4hrt einen stetigen Ausbau. Die Schulung zum Certified Scrum Master steht auch noch an, dem Product Owner &#8220;bl\u00fcht&#8221; auch eine offzielle Schulung und andere Abteilungen im Haus zeigen immer mehr Interesse an dem, was wir tun: immer wieder stehen Kollegen interessiert am Board in unserem B\u00fcro oder auf dem Flur, in welchem eine \u00dcbersicht \u00fcber alle Projekte h\u00e4ngt, die derzeit bei uns bearbeitet werden. Alles in allem wird dies eine Erfolgsgeschichte sein, wenn sie fertig ist. Aber wahrscheinlich ist man das ja nie \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute m\u00f6chte ich mal wieder kurz \u00fcber unseren Weg hin zu mehr Effizienz und Transparenz beschreiben, den wir als Softwareentwicklungsteam seit einigen Monaten beschreiten. Der Titel des Beitrags klingt vielleicht unterschwellig viel negativer, als ich es meine. 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