{"id":655,"date":"2012-02-19T10:22:30","date_gmt":"2012-02-19T09:22:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.any-where.de\/blog\/?p=655"},"modified":"2020-01-28T14:13:25","modified_gmt":"2020-01-28T13:13:25","slug":"redet_nicht_drumrum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.any-where.de\/blog\/redet_nicht_drumrum\/","title":{"rendered":"Redet nicht drumrum."},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen postete ich meinen Artikel <a href=\"http:\/\/www.any-where.de\/blog\/nimm-dir-einen-stift\/\">&#8220;Nimm Dir einen Stift.&#8221;<\/a>, in welchem ich dazu aufrief, in Besprechungen mehr zu visualisieren, zu malen, zu basteln und kreativ zu arbeiten. Im Nachgang habe ich einige tolle Gespr\u00e4che zu diesem Thema gef\u00fchrt und festgestellt, dass es viel verbreiteter ist als ich dachte, Dinge nur verbal zu besprechen, aber nicht kreativ zu arbeiten. Zus\u00e4tzlich zu meinem Appell hinsichtlich der Viualisierung von Ergebnissen habe ich nun &#8220;zu Blog&#8221; gebracht, welches in meinen Augen die Verhaltens-Schl\u00fcsselfaktoren zu erfolgreichen Meetings sind. Nat\u00fcrlich gibt es auch hier bestimmt 1000 weitere &#8211; diese hier sind aus meiner Erfahrung gegriffen und freuen sich auch wieder \u00fcber Erg\u00e4nzungen in den Kommentaren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>0. Dokumentation der Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p>Als Punkt 0 m\u00f6chte ich die Dokumentation aller Besprechungsergebnisse auff\u00fchren. Wer kennt das nicht: Es kommt im Nachgang eines Meetings ein Protokoll, das l\u00fcckenhaft ist, nur zur H\u00e4lfte stimmt und keinerlei Nutzen hat, aber an einen Verteiler von 100 Entscheidungstr\u00e4gern ging. Immerhin ein Protokoll! Schrecklicher ist nur, wenn der letzte Satz in einer Besprechung ist: &#8220;Super, das waren ja tolle 2 Stunden! Wer schreibt das Protokoll?&#8221; und alle schauen betroffen unter sich und es kommt keines oder nur ein d\u00fcrftiger 10-Zeiler. Weniger informativ ist nur noch die Bemerkung: &#8220;Es hat sich ja jeder seine Sachen aufgeschrieben&#8221;. Wissensinseln nach einer Besprechung und keine M\u00f6glichkeit, Fortschritte zu verfolgen &#8211; was kann hier noch schlimmer sein \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Eine offene Dokumentation in einer Besprechung hingegen sorgt f\u00fcr Transparenz der Entscheidungen und Commitment \u00a0bei allen Beteiligten. Je offener Ergebnisse und Verantwortlichkeiten festgehalten werden (Meta Wand, Flipchart, Wiki,Ticketsystem \u00fcber Beamer &#8211; Vorsicht hier bzgl. &#8220;Technikhoheit&#8221; und fehlendem Einbezug der Teilnehmer) umso genauer ist das Bild, das alle Teilnehmer einer Besprechung haben. Die Dokumentation beginnt gleich in den ersten Minuten der Besprechung.<\/p>\n<p><strong>1. Fokus bewahren<\/strong><\/p>\n<p>Jede Besprechung hat ein Ziel. Dieses muss klar kommuniziert werden und dessen Erreichung muss bei allen Argumenten und Diskussionen klar im Vordergrund stehen. Nichts ist anstrengender, als wenn Besprechungen in Off-Topic Diskussionen enden. Hier ist klar der Moderator des Termins gefragt. Verliert er den Fokus, sind alle verloren. Es gilt, schnell zu entscheiden, welche Argumente die wichtigen sind und zu Showstoppern im aktuellen Vorhaben werden k\u00f6nnen und welche ignoriert, delegiert oder im Nachgang behandelt werden k\u00f6nnen. Das setzt beim Moderator ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die Essenz des Gesagten und Gemalten voraus. Wichtiger aber ist noch, dass Beteiligte auch in der Lage sind, Argumenten zu folgen und allgemein als unwichtig eingestufte bzw. verargumentierte Sachverhalte nicht hartn\u00e4ckig immer wieder auf den Tisch bringen. Zus\u00e4tzlich muss das Seitenrauschen in Besprechungen reduziert werden: Nicht jeder Sonderfall ist wichtig, nicht jede herbeidiskutierte unl\u00f6sbare Situation muss behandelt werden.<\/p>\n<p><strong>2. Mal es auf<\/strong><\/p>\n<p>Die Visualisierung von Ideen und Ergebnissen von Anfang an in einer Besprechung ist das wesentliche Erfolgsinstrument von Besprechungen: In meinem Appell <a href=\"http:\/\/www.any-where.de\/blog\/nimm-dir-einen-stift\/\">&#8220;Nimm dir einen Stift.&#8221;<\/a> habe ich ja schon beschrieben, dass es mehr als nur zeitraubend ist, wenn man in einem Termin nicht malt. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/pherwarth\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Paul<\/a> beschreibt es in seinem Kommentar so treffend, dass erst durch die Nutzung von Visualisierungstechniken ein Termin &#8220;zu einem Workshop&#8221; wird und ergebnisorientiert gearbeitet werden kann. Der eine oder andere Gedanke von mir findet sich im genannten Artikel und besonders in den Kommentaren.<\/p>\n<p><strong>3. Ich wei\u00df das nicht<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich h\u00f6re, was ich sage?&#8221; Ich glaube, das ist die Devise, mit der zu viele Teilnehmer in Besprechungen agieren. Statt einfach mal zu sagen &#8220;das wei\u00df ich nicht!&#8221; wird versucht, in einem langen Monolog (bei Informatikern auch gerne gespickt mit Fach-Terminologie, Komponentennamen, Tabellennamen und weiteren f\u00fcr andere Stakeholder allermeist uninteressanten Details) eine Antwort ad hoc zu pr\u00e4sentieren, die es nicht gibt. Nur, weil man sich die Bl\u00f6\u00dfe des aktuellen Unwissens nicht geben m\u00f6chte, wird versucht, eine Pseudo-Kompetenz zu erzeugen, die am Ende nur Ratlosigkeit zur\u00fcckl\u00e4sst. Wer darauf achtet, wird auch feststellen, dass am Ende der oft minutenlangen Ausf\u00fchrungen kein neuer Ansatz oder Ergebnis herausgekommen ist. Dabei ist das f\u00fcr den Moment im Meeting alles andere als zielf\u00fchrend und nicht zuletzt nachhaltig f\u00fcr den Ruf des Teilnehmers schlecht. Ein schlichtes: &#8220;Ich wei\u00df es nicht&#8221; ist eine ehrliche Aussage, die in einer offenen Atmosph\u00e4re nie ein Problem sein darf. Denn erst diese Einsicht \u00f6ffnet den Horizont f\u00fcr eine wirkliche L\u00f6sungsfindung mit der Intelligenz aller anwesenden Spezialisten. Und ist man wirklich der einzige, der f\u00fcr die L\u00f6sung des Problems in Frage kommt und kann man sie nicht im Termin erarbeiten, nimmt man die Fragestellung mit und bearbeitet sie intensiv im Nachgang.<\/p>\n<p><strong>4. Fragen stellen<\/strong><\/p>\n<p>Besprechungen drehen sich immer um Probleml\u00f6sungen. Man trifft sich ja nicht, weil der Kaffee im Konferenzbereich immer so gut ist. Gemessen an diesem f\u00fcr mich elementaren Sinn einer Besprechung stellen die Teilnehmer aber viel zu wenige Fragen: Es kommt oft vor, dass Teilnehmer reine Sendesysteme sind, denen die Ergebnisorientierung fehlt. Es wird nicht gefragt, es wird festgestellt. Zusammenh\u00e4nge erschlie\u00dfen sich meines Erachtens aber nur, wenn man Fragen stellt und sich mit den gegebenen Antworten kritisch auseinandersetzt oder, wenn es keine Antwort gibt, diese zu erarbeiten: Hier scheint es auch oft so zu sein, dass Menschen das Stellen einer Frage als Schw\u00e4che sehen. Es sind nicht Fragen sondern Antworten gefordert. Aber nur durch aktives Fragen und Hinterfragen von Sachverhalten kann ich mich einer L\u00f6sung n\u00e4hern und in einen Dialog treten. Interessant aus meiner Erfahrung ist, dass gerade die Fragen, die mir fast schon peinlich erscheinen, weil sie an gesetzten Grundfesten r\u00fctteln, ein (\u00fcberf\u00e4lliges?) Umdenken ausl\u00f6sen, weil das blo\u00dfe Fragen ans sich schon eine Ver\u00e4nderung der Sicht auf die Dinge zur Folge hat. Pl\u00f6tzlich entsteht Neues! Nat\u00fcrlich macht auch hier der Ton die Musik: Stellt man reine Suggestivfragen oder stelle ich die Kompetenz Anwesender in Frage, gewinne ich auch keinen Blumentopf. Diplomatie ist der Schl\u00fcssel zum Gl\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>5. Lasst Emotionen au\u00dfen vor<\/strong><\/p>\n<p>Man trenne das Fachliche vom Pers\u00f6nlichen. Leicht gesagt, wenn der schon wieder mit seinen hundert Mal durchgekauten Ansichten und Bedenken kommt und man innerlich zum Wiederholungst\u00e4ter wird, weil man schon wieder einen Einfall hat, wie man ihn am besten m\u00f6glichst bestialisch aus dieser Welt beseitigt. Der Puls ist bei 180, der Kopf rot. Nur &#8211; es hilft ja nichts. Laut werden hilft nicht, Angriff hilft nicht. Wohl aber das ins Leere laufen lassen und die eigene Ruhe bewahren. Tretet einen Schritt zur\u00fcck und reflektiert &#8211; so viel Zeit ist immer. In einem Beitrag im\u00a0<a href=\"http:\/\/blog.setzwein.com\/2012\/01\/30\/hart-oder-herzlich-5-tipps-fur-verhandlungen-in-schwierigen-situationen\/trackback\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">setzwein-Blog<\/a> gibt es wirklich tolle und praktische Hinweise, wie man seine Ruhe bewahrt und dem Druck des anderen widersteht.<\/p>\n<p>Das als kleine Zusammenfassung zu meinen Erfahrungen aus dem t\u00e4glichen Besprechungsdschungel. Wenn Ihr weitere Anmerkungen habt, freue ich mich \u00fcber jeden Kommentar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen postete ich meinen Artikel &#8220;Nimm Dir einen Stift.&#8221;, in welchem ich dazu aufrief, in Besprechungen mehr zu visualisieren, zu malen, zu basteln und kreativ zu arbeiten. 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